Projekte im Zentrum

Unser Projekt „Ebenerdiger Aufzug“

Der Bedarf an seniorenfreundlichen Wohnungen wächst. Er sollte möglichst schnell und effektiv gedeckt werden. Besonders wirkungsvoll ist dabei der Umbau von 11-geschossigen Gebäuden, die schon über Aufzüge verfügen, aber trotzdem nicht ohne Barrieren erreicht werden können, da ein Treppenlauf (halbe Treppe) jeweils bis zum ersten Geschoss zum Aufzug überwunden werden muss. Von einem Umbau würden hier je Hausaufgang rund 30 Wohnungen profitieren.
Die Wohnungsbaugenossenschaft Zentrum ist an ebenerdigen Aufzügen interessiert und startet mit ihrem Pilotprojekt in diesem Herbst 2016.

Auf Grundlage der ausgiebigen Recherchen zu verschiedenen Aufzugsvarianten einschließlich ihrer Vor- und Nachteile, des durchgeführten Kostenvergleichs sowie der Aufführung von zusätzlichen und einsparbaren Betriebskosten hat sich der Vorstand in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat nun für eine Variante des barrierefreien Hauszuganges entschieden. Zusätzlich brachten eine Diskussionsrunde mit den Vertretern der Hanns-Eisler-Straße und der Thomas-Mann-Straße sowie einzelne Mitgliedergespräche einen aufschlussreichen Erfahrungsaustausch.

Ein Bauantrag ist gestellt. Konkret entsteht in der Thomas-Mann-Straße 53 ein Ergänzungsaufzug, der neben dem Hauseingang von der Straße bis in das erste Geschoss führt. Während der Bauzeit bleiben der Müllabwurf und der bestehende Hauptaufzug benutzbar. Die Erfahrungen mit diesem Ergänzungsaufzug stellen die Basis für zukünftige Lösungen in anderen Gebäuden dar.

Stand Juli 2016, Erschienen im Mitgliedermagazin „Im Zentrum“, Ausgabe 2|2016

Die Berliner Energieagentur (BEA) ist der Contractingpartner der WBG Zentrum und bietet an, den vom BHKW produzierten Strom an unsere Mitglieder, die am BHKW angeschlossen sind, zu liefern.

Das altersgerechte Wohnen in den Beständen der Genossenschaft soll vorangetrieben werden. Dazu gehört die Suche nach Lösungswegen für einen barrierefreien Haus- sowie Wohnungszugang. Die WBG Zentrum setzt sich daher für die Umsetzung eines Pilotprojektes ein, das den Einbau eines ebenerdigen Aufzugs in der Thomas-Mann-Straße 53 vorsieht.

Ziel ist es, einen an die Gegebenheiten angepassten und finanziell tragbaren Aufzugsbauplan für die Bestände im Mühlenkiez der WBS 70-Objekte zu realisieren und nach ausreichender Testphase und umfangreichem Erfahrungsaustausch zukünftig in weiteren Hausaufgängen der Thomas-Mann-Straße sowie Hanns-Eisler-Straße, die ähnliche bauliche Grundvoraussetzungen erfüllen, umzusetzen.
Die durch Aufsichtsrat und Vorstand aktuell festgelegte Planung in der Thomas-Mann-Straße 53 sieht vor, direkt neben der Hauseingangstür einen Aufzug von der Gehwegebene zum ersten Obergeschoss in den Hausflur zu führen und so einen barrierefreien Übergang zum Hauptaufzug des Hauses zu schaffen. Dabei wird der Hausflur im ersten Obergeschoss um die Größe des Hobbyraumes (ca. 9,2 Quadratmeter) der rechtsseitig liegenden 4-Raum-Wohnung erweitert.
Parallel dazu wird als Alternative geprüft, ob der vorhandene Aufzug – mit vertretbaren Mitteln – auf das Straßenniveau geführt werden kann, um einen ebenerdigen Zugang zu schaffen.
Theoretisch ist auch die Entwicklung weiterer Aufzugsbaumaßnahmen für andere Bestandsobjekte der Genossenschaft – in Abhängigkeit der baulichen Voraussetzungen, geplant. Hierzu sind aber zunächst die Erfahrungswerte dieses ersten Pilotprojektes abzuwarten.

Stand März 2016, Erschienen im Mitgliedermagazin „Im Zentrum“, Ausgabe 1|2016

Damit die WBG Zentrum von den Erfahrungen anderer profitieren kann, haben Mitarbeiter und Vertreter besichtigt, wie andere Genossenschaften an 6 unterschiedlichen Standorten die Aufzüge ihrer 11-geschossigen WBS 70 Gebäude umgebaut haben. Denn auch wenn es sich um industriell vorgefertigte Gebäude handelt, unterscheiden sich die umgesetzten Lösungen aufgrund der örtlichen Voraussetzungen erheblich. Ein kleiner Einblick in die unterschiedlichen Situationen:

Die Mehrheit der Gebäude ist so orientiert, dass sich die Balkone auf der sonnigen Seite und der Aufzug und das Treppenhaus auf der schattigen Seite des Gebäudes befinden. Dies ist mal die Straßenseite und mal die Gartenseite. Ist der Aufzug straßenseitig angeordnet, wird sein möglicher direkter Zugang auf Straßenniveau durch den Müllraum blockiert. Zur Verlängerung dieser Aufzüge auf die Straßenebene wurde entweder die Müllabwurfanlage komplett entfernt oder aber der vorhandene Müllraum abgerissen und durch einen kleineren, leicht verschobenen Neubau ersetzt. Nur so war es anderen Genossenschaften möglich, ausreichend Bewegungsfläche für Rollstühle in dem neuen Vorraum zu schaffen. Liegt auch der Hauseingang und Aufzug auf der Gartenseite, lässt sich der Aufzug einfacher umbauen. Schwieriger wird es, wenn sich der Hauseingang an der Straßenseite und der Aufzug an der Gartenseite befinden. Wird der Aufzug ins Erdgeschoss verlängert, befindet sich der barrierefreie Zugang nur an einem Nebeneingang. Personen, die schlecht Treppen steigen können, betreten dann von einer anderen Seite aus das Gebäude als die übrigen Bewohner. Dabei wird es schwierig, sinnvolle Lösungen insbesondere für Briefkästen und Beschilderung zu finden.

Der zunächst naheliegende Vorschlag, einen Treppenlift einzubauen, hat sich in den 11-Geschossern nicht bewährt. Erfahrungen anderer Genossenschaften zeigen, dass bei sachgerechter Benutzung die Treppenlifte sehr zuverlässig, aber wirtschaftlich nicht vertretbar sind. Sie stellen insbesondere für Kinder ein sehr verlockendes Spielzeug dar. Die Gefahr von Fehlbedienungen ist in Häusern mit über 30 Wohnungen einfach zu groß.

Eine Verlängerung des Aufzugs ins oberste Geschoss wurde fast nie umgesetzt, denn der erforderliche Aufwand ist unverhältnismäßig hoch und erschließt nur drei weitere Wohnungen stufenlos. Da der obere Abschluss des Aufzugsschachtes den Antrieb des Aufzugs trägt, müsste dieser zum Verlängern nach oben entfernt werden. Eine neue Tragkonstruktion kann dann nicht mehr am Aufzugsschacht, sondern nur noch schwingungsentkoppelt am Treppenhaus befestigt werden. Die Lüftungsanlage der Bäder des gesamten Hauses müsste zusätzlich umgebaut werden und entsprechende Anpassungsarbeiten am Dach wären erforderlich. Jede Verlängerung eines vorhandenen Aufzugs führt außerdem zu einem Komplettausfall des Aufzugs für mindestens 8 Wochen.

Stand Juli 2016, Erschienen im Mitgliedermagazin „Im Zentrum“, Ausgabe 2|2016

Bauprojekt „Blockheizkraftwerk“

Im April 2015 haben wir mit der Erneuerung der Heizungsanlagen in unseren Wohnsiedlungen der Hosemannstraße, Gubitzstraße und Ostseestraße begonnen und im Oktober 2015 abgeschlossen. Damit wurde ein für die Genossenschaft neues Heizungskonzept etabliert. Die Bauarbeiten an dem Blockheizkraftwerk (BHKW) mit nebengeschalteter Gasheizung sind gut verlaufen. So werden unsere Mieter seit dem Winter 2015/2016 mit einem exklusiven Heizungssystem versorgt.

Für die neue Heizungsanlage wurde ein Blockheizkraftwerk mit Spitzenlastkessel gebaut. Das Blockheizkraftwerk und die Spitzenkessel wurden dabei zentral in der Hosemannstraße 43 installiert. Von dieser Zentrale ausgehend wurde ein Nahwärmenetz erstellt, das alle weiteren Häuser über eine jeweilige Unterstation mit Heizung und Warmwasser versorgt. Das Blockheizkraftwerk und die Spitzenlastkessel werden mit Gas betrieben.

Die Gasherde wurden gegen Elektroherde mit Cerankochfeld ausgetauscht und alle Gasleitungen in den Häusern demontiert.

Für die Heizungsregelung in den Wohnungen wurde ein Wohnungsmanager (Einzelraumregelung) installiert. An diesem Wohnungsmanager sind die Temperaturen und die Heizzeiten für jeden Raum der Wohnung programmiert. Anders als bei herkömmlichen Heizungen gibt es statt Thermostatventile elektrische Stellantriebe an den Heizkörpern.

Höhere Sicherheit. Durch die Demontage der Gasleitungen steigt die Sicherheit im Gebäude erheblich. Lediglich ein Gasanschluss in der Hosemannstraße 43 ist notwendig.

Geringere CO2-Emissionen. Mit dieser neuen Heizungsanlage wurde eine neue moderne Steuerung eingeführt, und damit ist auch aus ökologischer Sicht die Umstellung sinnvoll. Da es sich bei dem neuen Heizungssystem um eine Kraft-Wärme-Kopplung handelt, erzeugt die Anlage neben Wärme auch Strom.

Geringere Stromkosten. Alle Mieter des Versorgungsgebiets haben die Möglichkeit, direkt vom Blockheizkraftwerk den Strom zu beziehen und damit ihren Strom günstiger als beim Hauptstromversorger der Stadt Berlin zu bekommen.

Geringere Betriebskosten. Ferner wird die WBG Zentrum durch diese neue Heizungsanlage die Betriebs- und Instandhaltungskosten für dieses Versorgungsgebiet senken können.

Die Berliner Energieagentur (BEA) ist der Contractingpartner der WBG Zentrum und bietet an, den vom BHKW produzierten Strom an unsere Mitglieder, die am BHKW angeschlossen sind, zu liefern.

Unser Partner, die BEA, stellt sich vor

Die Berliner Energieagentur (BEA) ist ein Unternehmen, an dem das Land Berlin beteiligt ist. Knapp 60 Mitarbeiter arbeiten daran, Energiewende und Klimaschutz – besonders in Berlin – voranzutreiben.

In über 120 eigenen Energieerzeugungsanlagen, wie etwa im Wohnquartier an der Hosemannstraße, Gubitzstraße und Ostseestraße gemeinsam mit der WBG Zentrum eG, liefert die BEA den günstigen BEA-Kiezstrom® zuverlässig für die ansässigen Mieter. Der wird vor Ort erzeugt. Das ist effizient und spart Kosten. Lange Transportwege entfallen. Das schont die Umwelt.

Sie haben Interesse am Mieterstromangebot der BEA oder weitere Fragen?

Rufen Sie bei der BEA an: 030 / 29 33 30 – 499,
schreiben Sie an: stromberliner-e-agentur.de
oder informieren Sie sich online unter www.bea-kiezstrom.de.

Die BEA über die Funktionsweise eines Blockheizkraftwerks

Erste Baumaßnahmen wie die Erstellung des Nahwärmenetzes, der Beginn der Installationen der Heizstation sowie der jeweiligen Unterstationen, das Austauschen der Gasherde gegen Elektroherde und die Montage der ersten Wohnungsmanager sind vollzogen. Auch in den Hausaufgängen der Ostseestraße sind die ersten Baumaßnahmen in den Wohnungen und den einzelnen Strangleitungen erfolgreich durchgeführt. Damit liegen wir aktuell gut in unserem Zeitplan. Und das trotz kleinerer Verzögerungen, die durch die individuelle Beschaffenheit der einzelnen Wohnungen und Hausstränge entstehen. Denn dadurch, dass bisher verschiedene Heizungsanlagen in den einzelnen Haushalten existierten, sind auch teilweise unterschiedliche Herangehensweisen bei der Baudurchführung notwendig. So betont unser Bauleiter, dass „jede Wohnung anders ist. Zum Beispiel wurden die Rohre und Schläuche früher ganz unterschiedlich verbaut, so dass wir vereinzelt Zusatzmaßnahmen einleiten müssen. Dann kann es zu unverhofften Verzögerungen kommen.“ Doch diese kleinen Schwierigkeiten konnten in den ersten Wochen der Bauarbeiten gut gelöst werden. So spricht unser Mitgliedervertreter Herr Schlegel davon, dass „noch keine größeren negativen Beschwerden gekommen sind. Das steht definitiv fest. Kleinere Probleme konnten bisher sofort bürokratielos abgestellt und geklärt werden.“ Herr Schlegel ist außerdem „der vollen Überzeugung, dass wir im September das Ding am Laufen haben.“

Eine Mieterin der Ostseestraße hat die Bauarbeiten bereits überstanden und erzählt uns: „Ich war wirklich überrascht, dass ging wie beim Brezeln backen. Alle arbeiteten schnell hintereinander und es gab keinen Leerlauf. Jeder Arbeiter wusste was er zu tun hatte.“ Auch der Fliesenleger konnte Ihren Fliesenspiegel zu Ihrer Zufriedenheit wieder herstellen.

Bei unserem Mitgliedervertreter Herr Nagel wurde auch schon die Umstellung der Heizungsanlage durchgeführt. Gerade in seiner Wohnung gab es einige Schwierigkeiten, die zunächst für Unmut sorgten. Aber durch unser Bauteam konnten diese am Ende schnell und ohne großen Zeitaufwand gelöst werden. „Im Endeffekt ist alles gut gelaufen und auch in unserem Hausaufgang haben alle gut mitgearbeitet.“, so Herr Nagel.

Nach diesem ersten Fazit hoffen wir, dass unsere Baumaßnahmen weiterhin so positiv verlaufen und alle möglichen Probleme gut behoben werden können. Bei allen Fragen können Sie sich natürlich gerne an unsere Mitarbeiter in der Geschäftsstelle und unser Bauteam vor Ort wenden.

Berichterstattung vom 29. Juni 2015